Partner
Services
Statistiken
Wir
CRIPPLED BLACK PHOENIX | Sceaduhelm Tour 2026 - Club Mars Volta - 06.05.2026
CRIPPLED BLACK PHOENIX möchten, begleitet von TEMPLE FANG im Vorprogramm, die Werbetrommel für ihr neues Album „Sceaduhelm“ rühren und gehen zu diesem Zweck auf eine ausgiebige Europa-Tour, die ihren Schwerpunkt klar in Deutschland hat. Insgesamt neun Adressen werden somit bespielt, unter anderem auch der Köln Club Mars Volta.
Psychedelische Partituren für Pilzsammler
Was man über die „Mass Hallucination“-Tour von HYPOCRISY nicht behaupten konnte – nämlich, dass es sich laut Konzertbericht um eine „Hippie-Veranstaltung“ handelte – war bei dem Auftritt der Niederländischen Psych-Rock-Band TEMPLE FANG nicht ganz von der Hand zu weisen. Schon bevor es losging, wurden Räucherstäbchen entzündet, die das Bühnengeschehen in süßliche Dampfschwaden tauchten – die perfekte Inszenierung für eine Musikgruppe mit der genannten stilistischen Ausrichtung. Wem dabei die neuerliche Zuwendung des Haupt-Acts zu „kompakteren“ Kompositionen ein bisschen flau im Magen lag, durfte sodann heiter frohlocken und sich an wahren Mammut-Tracks erfreuen. Denn die Niederländer scheuten sich nicht davor, regelmäßig die Zehn-Minute-Marke zu durchbrechen, wozu die Tatsache beitrug, dass sie ihren Liedern Zeit zur Entfaltung ließen, um das Publikum mit zahlreichen Wiederholungen hypnotisch einzulullen. Dies war hier indes eine Stilfrage und kein Indiz für mangelnden kreativen Schaffensgeist. Die ausladenden Songs, welche gelegentlich einen gewissen Jam-Charakter zeigten, boten den anwesenden Konzertbesuchern die Möglichkeit, sich voll und ganz in ihnen fallen zu lassen. Wechselnde Gesangsbeiträge sorgten zudem dafür, dass währenddessen keine Langeweile auftrat. Nicht nur die Performance auf dem Freak-Valley-Festival 2022, wo die Band bereits von sich reden machen und ihre Live-Qualitäten unter Beweis stellen konnte, sondern auch der Auftritt in der Kölner Schanzenstraße – von einigen wenigen holprigen Übergängen einmal abgesehen – war insbesondere für Psychedelic-Freaks derart zufriedenstellend, dass sich manche sicherlich den neuen Langdreher „Lifted From The Wind“ ins Regal gestellt haben.

Schwermütige Endzeit-Hymnen
CRIPPLED BLACK PHOENIX lockten mit ihrem progressiv angehauchten, recht eigenwilligen Dark Rock eine beachtliche Besucherzahl ins Kölner Konzerthaus. Die britisch-skandinavische Kollaboration, die nach etwas längerer Umbauphase ein voluminöses Set, selbstredend gespickt mit aktuellem Material, vom Stapel ließ, präsentierte sich auf der Bühne mit neuem Line-Up, wobei Gitarrist und Songwriter Justin Greaves und immerhin auch Sängerin Belinda Kordic zum Kern-Bestand der Musikformation zählten. Die Wechselhaftigkeit und fehlende Konstanz bei der Besetzung dürfte es bereits einigermaßen erschwert haben, als Studio- und nicht zuletzt als Live-Band zusammenzufinden und eine musikalisch geschlossene Einheit zu bilden. Davon war bei diesem Auftritt des Sextetts glücklicherweise nichts zu spüren. Kordic, die sich im Laufe der Zeit zu einer selbstbewussten Vokalistin gemausert hatte, ließ sich auch von etwaigen Mikrofon-Störungen nicht aus dem Konzept bringen.
Nachdem das Eingangs-Doppel aus „444“ und „Wyches And Basterdz“ (beide von anderen Alben) verklungen war, widmete sich Justin Greaves‘ Künstlerkollektiv der obligatorischen Aufgabe, die „Hits“ der aktuellen Platte „Sceaduhelm“ zum Besten zu geben. Die Songs „Endzeit-Balladen“ zu nennen, hatte dabei in der Tat seine Berechtigung. Davon zeugen nicht nur das durchaus schmissige „Ravenette“, sondern auch das postrockig-wehmutsvolle „Things Start Falling Apart“ und vor allem die fast schon tanzbare Gothic-Nummer „Vampire Graves“. Zwischendurch ließ es sich Band-Kopf Greaves nicht nehmen, die Bühne als Plattform für politische Ansagen zu nutzen, und noch einmal querbeet ein paar alte Tracks unter das Volk zu mischen, darunter das sehnsüchtig erwartete „We Forgotten Who We Are“, das in der hochmelodischen Solo-Partie am Schluss eine wundersame PINK-FLOYD-Reminiszenz abgab. Spätestens hiernach festigte sich bei den Anwesenden der Entschluss, die britisch-skandinavische Band zurecht um eine Zugabe zu bitten, wenngleich es kein Fehler gewesen wäre, das tolle Post-Rock-Stück vom „I, Vigilante“-Album ganz am Ende zu spielen. Dessen ungeachtet, guter Auftritt!
FAZIT: Größentechnisch mochte Kölns Club Mars Volta mit anderen Adressen zwar nicht mithalten, auf die gute Stimmung wirkte sich dies hingegen nicht nachteilig aus. Im Gegenteil, kam doch die etwas familiärere Atmosphäre der Veranstaltung bisweilen sogar zugute. Das galt sowohl für den Haupt-Act des Abends, CRIPPLED BLACK PHOENIX, als auch die psychedelischen Rocker von TEMPEL FANG, die im Vorprogramm der britischen Dunkelmelancholiker gut aufgehoben waren. Alles in allem eine runde Sache.
Kontakt