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ANIQO: Earth, Love And Variations (Review)
| Artist: | ANIQO |
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| Album: | Earth, Love And Variations |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Art-Pop, Art-Folk |
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| Label: | La Double Vie / Motor Entertainment | |
| Spieldauer: | 42;47 | |
| Erschienen: | 06.11.2026 | |
| Website: | [Link] |
ANIQO alias Anita Goß schlägt auf ihrem zweiten Album „Earth, Love And Variations“ gegenüber dem 2022 veröffentlichten Debüt „Birth“ einen hörbar helleren Ton an. Die zuvor stärker von Melancholie geprägte Musik öffnet sich neuen Perspektiven, ohne ihre atmosphärische Ausrichtung aufzugeben. Zwischen Art-Pop, Folk und psychedelischen Einflüssen entstehen zehn Stücke, die weniger auf klassische Songstrukturen als auf Stimmungen, dynamische Entwicklungen und teilweise ungewöhnliche Klangkombinationen setzen. Inhaltlich kreist das Album um Selbstfindung, zwischenmenschliche Beziehungen und unterschiedliche Facetten der Liebe.
Einen wesentlichen Anteil am Klangbild hat Bill Ryder-Jones, der nicht nur für die Produktion verantwortlich zeichnet, sondern gemeinsam mit Anita Goß auch zahlreiche Instrumente beisteuert. Akustische und elektrische Gitarren, Bass, Orgel, Synthesizer, Streicher und Bläser verbinden sich mit Schlagzeug und elektronischen Elementen zu vielschichtigen Arrangements. Dabei übernehmen die Instrumente selten eine bloße Begleitfunktion. Vielmehr entwickeln sich aus den einzelnen Klangschichten eigene Spannungsbögen, die den Songs eine bisweilen beinahe cineastische Qualität verleihen.
Schon das eröffnende „I Know“ gibt mit seiner ruhigen, selbstbewussten Ausstrahlung die Richtung vor. „Time To Heal“ erweitert diesen Ansatz um Streicherpassagen und eine beinahe schwebende Atmosphäre. Mehr Vorwärtsdrang entwickelt dagegen „The Turn“. Hier sorgen die Gitarren und der rhythmische Unterbau für zusätzliche Dynamik, während die melodische Entwicklung den Aufbruchsgedanken des Songs unterstreicht.
Im weiteren Verlauf wird das Klangbild zunehmend facettenreicher. Mit „Constructed Reality“ folgt ein bewusster Bruch: Verzerrte Gitarren, psychedelische Elemente und eine deutlich unruhigere Atmosphäre bringen einen willkommenen Störfaktor ins ansonsten eher harmonische Klangbild. „Dreams For Real“ führt anschließend wieder in intimere Gefilde zurück und setzt stärker auf Verletzlichkeit und persönliche Ausdruckskraft. Das abschließende „The Sense Is A River“ bündelt schließlich noch einmal die wesentlichen Stärken des Albums: eine ausdrucksstarke Stimme, eine persönliche erzählerische Ausrichtung und fein abgestimmte Arrangements, die zwischen Zurückhaltung und klanglicher Fülle wechseln.
FAZIT: „Earth, Love And Variations“ ist ein abwechslungsreiches und angenehm eigenständiges Album, das Art-Pop, Folk und psychedelische Klangfarben mit kammermusikalischen Elementen verbindet. ANIQO setzt dabei weniger auf große Gesten als auf dynamische Kontraste, sorgfältig ausgearbeitete Arrangements und eine Stimme, die auch in den zurückhaltenden Momenten Präsenz besitzt. Ein Album, das sich Zeit nimmt und diese auch von seinen Hörern einfordert.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- I Know
- Time To Heal
- The Turn
- Another Life
- What Does Your Heart Say
- United In Origin
- Constructed Reality
- Dreams For Real
- Sun Of God
- The Sense Is A River
- Bass - Bill Ryder-Jones, Adam Goodwin, Torsten Füchsel
- Gesang - Anita Goß, Hazel Iris, Joanna Gemma Auguri, Anna Lucia Nissen
- Gitarre - Bill Ryder-Jones, Torsten Füchsel
- Keys - Anita Goß, Bill Ryder-Jones
- Schlagzeug - Phil Murphy
- Sonstige - Anita Goß (Blasintrumente), Bill Ryder-Jones (Streicher und Blasintrumente), Maria Del Mar Ribas (Cello)
- Birth (2022) - 11/15 Punkten
- Earth, Love And Variations (2026) - 12/15 Punkten
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