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Allen-Forrester Band: Red Dirt Town (Review)

Artist:

Allen-Forrester Band

Allen-Forrester Band: Red Dirt Town
Album:

Red Dirt Town

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Southern Rock, Americana, Blues, Country

Label: EBF Records/Timezone
Spieldauer: 46:29
Erschienen: 02.10.2026
Website: [Link]

Die ALLEN-FORRESTER BAND ist das ideale Beispiel für die gelebte Deutsch-Amerikanische-Freundschaft. Man braucht dazu nur das echte Blues- und Americana-Feeling und zwei Musiker aus Amerika sowie zwei aus Deutschland. Schon ist die Symbiose perfekt, auch wenn (Warum auch immer?) nur die beiden Amerikaner mit ihrem Namen für den Bandtitel stehen.
Komisch, denn im Grunde ist die ALLEN-FORRESTER BAND eine ALLEN-FORRESTER-HERDER-BÖHM BAND. Okay, das würde sicher etwas seltsam und sperrig klingen – rein gleichberechtigt im Interesse dieses Southern-Blues-Rock-Quartetts wäre es allerdings fairer, wenn man schon als Band auf solchen Namen zurückgreift.

Zum Glück sagt das nicht viel über die Musik aus, wenn die vier Herren ihren Weg in Richtung der roten schmutzigen Stadt einschlagen.
Meinten die damit etwa Berlin?
Spätestens nach der letzten Wahl würde das eigentlich bestens passen.

Musikalisch allerdings nicht, denn auf „Red Dirt Town“ sind besonders die Americana-Wurzeln und eine feine Seventies-Aura unverkennbar.


Unzweifelhaft hört man bei der ALLEN-FORRESTER BAND ihre Vorbilder heraus – als da wären LYNYRD SKYNYRD und die ALLMAN BROTHERS oder BLACKBERRY SMOKE, um ein wenig stärker in Richtung Gegenwart zu schielen.
Ansonsten bleibt sich die ALLEN-FORRESTER BAND nach ihrem gleichnamigen Debüt auch auf „Red Dirt Town“ treu.

Besonders positiv auffallend ist die sehr warme, analoge Produktion des Albums, um die 70er-Vintage-Atmosphäre mit Haut und Haaren sowie Blut, Schweiß und Tränen auszukosten. Tatsächlich verweist die Band im Inneren des dreiflügeligen Digipaks explizit darauf, dass die komplette Aufnahme auf einem analogen 2-Inch-Tonband, ohne jegliche Anwendung irgendwelcher KI, erfolgte, was neben dem warm-voluminösen Sound zusätzlich für sehr schöne lineare Stereo-Effekte sorgt. Ein absoluter Pluspunkt für „Red Dirt Town“. So klingt dann sogar das durchweg großartige Hammond-Orgel-Spiel von Simon Oslender auf einem der schönsten Songs, „Here's To The Good Times“, genau so, als käme er von einer LP aus den Siebzigern. Dazu eine ausgiebige Gitarren-Einlage und etwas rauchiger Gesang. Echt stark! Darum sollte gerade der Keyboarder hier ebenfalls hervorgehoben werden, da er die Band deutlich mit seinem Spiel bereichert, was auch für das Debüt der ALLEN-FORRESTER BAND gilt.

Mit „White Picket Fences“ wird Sänger und Gitarrist Ben Forrester sehr persönlich, wenn er auf seine schwierige Entscheidung zurückblickt, der Liebe wegen seine amerikanische Heimat zu verlassen. Hier verbreitet dann das Geigenspiel von Gustavo Strauß die ideale Atmosphäre irgendwo zwischen Trauer und Glück.


Mit „Little Breathin' Reason“ wird das Wühlen im Persönlichen fortgesetzt und über das Vaterwerden erzählt, das grundsätzliche Veränderungen in einem bis dahin als völlig normal empfundenen Lebensalltag verursacht und einem viel abverlangt, damit man Vorbild seien und bleiben kann.

Im Gegensatz dazu zeichnet „Misery Likes Company“ das Bild eines Paares, dessen Beziehung nur noch auf Gewohnheit beruht und das genauso wenig miteinander kann wie ohne einander ihr Leben fortzusetzen.
Wer kennt das nicht?

Ganz Ähnliches darf für das zweite Album der ALLEN-FORRESTER BAND festgestellt werden: Es klingt altbekannt und gut – und es weckt Erinnerungen an eine musikalische Zeit, in der die Welt irgendwie noch in Ordnung war, man auf handwerkliches Können und analoge Aufnahmen setzte, ohne dass die so genannte Künstliche Intelligenz einem Musik aus der Vergangenheit vorgaukelte.
„Red Dirt Town“ klingt nicht nur nach Vergangenheit – es wurde auch genau auf dieser Basis eingespielt und aufgenommen, womit die deutsch-amerikanische Band den überzeugenden Beweis dafür bringt, dass sie echt großartige 'Musik-Handwerker' sind.


FAZIT: Für die ALLEN-FORRESTER BAND gilt auf „Red Dirt Town“ der bluesige Grundsatz: Back to the roots. Und diese Wurzeln liegen in bester 70er-Jahre-Tradition zwischen A wie ALLMAN BROTHERS und L wie LYNYRD SKYNYRD, wobei der deutsch-amerikanische Vierer zudem durch eine – ohne jeglichen digitalen Schnikschnack – rein analoge Aufnahmetechnik begeistert, welche die guten alten Zeiten ihrer Vorbilder direkt in die Gegenwart holt.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 95x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Skin Deep
  • Misery Likes Company
  • White Picket Fences
  • Sweet Marie
  • Fifty
  • Here's To The Good Times
  • Under Her Spell
  • Red Dirt Town
  • Little Breathin' Reason
  • From The Ashes

Besetzung:

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