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Fluten: Kalter Stern – die zweite (Review)

Artist:

Fluten

Fluten: Kalter Stern – die zweite
Album:

Kalter Stern – die zweite

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Post-Punk, Indie-Rock

Label: Flight13 Records/Rookie Records
Spieldauer: 33:34
Erschienen: 25.09.2026
Website: [Link]

Mit „Monster“ fallen die Hamburger Post-Punks von FLUTEN ohne Umschweife mit der Tür ins Haus und bohren textlich in den Wunden der Gesellschaft, ohne bewusst Stellung zu nehmen. Der Zustand kollektiver Ohnmacht wird in hibbeligen Groove verpackt, wobei die Emotionalität der Musik immer auf der Rasierklinge tanzt.
Im scheinbar zurückgehaltenen „Schattenstapel“ brodeln die Emotionen unter einem musikalischen Vulkan; ‚…Die Welt fährt aus der Haut…‘ heißt es zu bedacht nervösem Riffing, womit FLUTEN den scheinbaren Chaos-Zustand der Welt treffend zusammenfassen. Und doch stellt die Band die Frage nach dem 'Warum?', wenn es darum geht, dass die Menschen in kollektiver Nostalgie in ihrem eigenen, kleinen Kosmos bleiben.


Ebenso treffend formuliert ist die Botschaft von „Kleine Kreise“, in dem von der Unfähigkeit die eigene Komfortzone zu verlassen, die Rede sein könnte. Dazu passt jedenfalls der melancholische Unterton der Gitarren, der immer am Rand des Kollapses entlangschrammt.
Neben kollektiven Themen, richten Stücke wie „Zur Zeit“ den Fokus auch auf individuelle Probleme. Besagtes Stück startet mit melancholischen Synthesizern und steigert sich auf ein angespanntes Finale hin, das den besungenen Trennungsschmerz einer menschlichen Beziehung in musikalischen sowie emotionalen Ausbrüchen zu verarbeiten versucht.


„Die letzten Vögel“ greift den Faden des Vorgängers auf, klingt aber schwerer und ein wenig vertrackter. Die nervösen Melodien der Gitarren tragen den besungen Schmerz, das Gefühl innerer Leere auf ein ansteigendes Finale hin, an dessen Ende ‚das Echo verklingt‘, womit das Gefühl innerer Leere sowohl textlich vorweggenommen als auch musikalisch treffend verpackt wird.
„Kursfeuerwerk“ nimmt die 'Höher, schneller, weiter'-Mentalität, die z.B. als Kritik am Kapitalismus verstanden werden kann, ins Kreuzfeuer und donnert vehement und mit nervösem Groove nach vorne. Der dezent sperrige Gitarrenton unterstreicht den schmerzlich-drängenden Schreigesang sehr gut, der auch das Auf und Ab zwischen Strophe und Refrain treffend intoniert.


Am Ende wird’s in „Die gleichen Sachen“ ein wenig ruhiger. Melancholie hält verstärkt Einzug in die Musik und das besungene Gefühl von Resignation und emotionaler Rückschau auf ein Leben, das zum farblosen Einheitsbrei verkommen ist, bohrt sich schwer ins Herz.
‚Was wäre, wenn wir Träumen?‘, fragen FLUTEN in dem Stück und konsolidieren die Aussage ihrer Musik damit recht treffend.
Denn was könnte sein, wenn es machbar ist, sich seine Träume zu verwirklichen?
Wie würden die Menschen ihre Welt gestalten?
Derlei Fragen sind philosophischer Zunder für ein vielfältiges Diskussionsfeuerwerk, das dem musikalischen Feuerwerk, das „Kalter Stern“ bereithält, durchaus ebenbürtig ist.


FAZIT: FLUTENs „Kalter Stern“ fällt entgegen seinem Titel nicht völlig emotionslos aus, sondern stellt drängende Fragen (nicht nur) im alltagsphilosophischen Kontext. Persönliche Themen treffen auf gesellschaftsrelevante Inhalte, wobei die Band stets mit geschärfter Klinge ans Werk geht. Die Musik deckt, passend dazu, ein Spektrum von kontrollierter Wut, emotionaler Zurückhaltung und dichter Spannung ab, dank dem das Album sowohl aufwühlt als auch zum Nachdenken anregt.

Dominik Maier (Info) (Review 138x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 12 von 15 Punkten [?]
12 Punkte
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Tracklist:
  • Monster
  • Schattenstapel
  • Kleine Kreise
  • Der Beweis
  • Auf offenem Meer
  • Zur Zeit
  • Die letzten Vögel
  • Kursfeuerwerk
  • Die gleichen Sachen

Besetzung:

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