Partner
Services
Statistiken
Wir
Matthias Schwengler: Dark – mit SOULCRANE feat. Laurent Derache (Review)
| Artist: | Matthias Schwengler |
|
| Album: | Dark – mit SOULCRANE feat. Laurent Derache |
|
| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Jazz, World, Contemporary |
|
| Label: | earMUSIC | |
| Spieldauer: | 41:01 | |
| Erschienen: | 18.09.2026 | |
| Website: | [Link] |
Der Jazz-Trompeter MATTHIAS SCHWENGLER hat einen feinen wie unerwartet filigranen Sinn (nicht nur für seine Musik, sondern) für Humor.
Oder wie erklärt sich anders die Tatsache, dass er seine LP „Dark“ nennt und diese auf weißes Vinyl pressen und in eine weiß gestaltetet Plattenhülle verpacken lässt?
Schon hier wird klar, dass dieser junge, doch trotzdem absolut exzellente Trompeter unberechenbar ist. Denn wer glaubt, dass Schwengler genau dort fortsetzt, wo er mit seinem letzten 'schwarzen' 2022er-Album „Soulcrane & Strings“ aufhörte, der spürt bereits nach den ersten Tönen auf „Dark – mit SOULCRANE feat. Laurent Derache“, dass er einem Irrtum aufsitzt. Denn hier spielt plötzlich ein bis dato unberücksichtigtes Instrument, neben der Trompete, eine offensichtliche Hauptrolle in den dunklen Klangwelten hinter dem aktuellen Schwengler-Album: das Akkordeon!
Und dieses verbreitet sofort ein gewisses Balkan-Gefühl – zumindest dieser Eindruck täuscht keinesfalls, denn auch hierfür gibt es zwei richtig gute Gründe...
Das Akkordeon-Spiel von LAURENT DERACHE nimmt auf dem tatsächlich dunklen, angenehm ruhig-harmonischen „Dark“ einen ähnlich schwergewichtigen Anteil an wie die mal betörend, mal verwegen, mal verträumt und mal dominant gespielte Trompete von MATTHIAS SCHWENGLER.
Atmosphäre wird auf „Dark“ großgeschrieben – natürlich muss diese mehr auf dunkle Moll-Töne setzen, darf mitunter richtig romantisch und schön barjazzig verraucht klingen oder beim Hörer ein wenig das Kopfkino anheizen. Hierbei geben neben dem französischen Akkordeonspieler auch der deutsch-iranischer Bassist Reza Askari und Gitarrist Philipp Brämswig ihr Bestes. Und dieses Beste ist auf „Dark – mit SOULCRANE feat. Laurent Derache“ verdammt viel. Verhaltene Improvisationen und klare Kompositionen sind die Grundlage – Freiheit und Können der Musiker hinter diesen gut 40 Musikminuten zu verwirklichen, die noch dazu vom Sound her keinerlei Wünsche offenlassen.
Geprägt ist „Dark“ von zwei sehr persönlichen Schwengler-Eckpunkten seines Lebenslaufs.
Einerseits versteht MATTHIAS SCHWENGLER „Dark“ als seine bisher dunkelste Komposition. Eine Aussage, der hundertprozentig zugestimmt werden muss. Schwengler versucht auf diese Weise, eine Verbindung zu seiner Familie, die einer ruhrpottschen Bergarbeiter-Dynastie angehört, herzustellen – besonders zu dem einen Moment, als ihn sein Vater 1.100 Meter tief mit in den Schacht einfahren ließ, was für den damals jungen Burschen völliger Wahnsinn war, den er nun auf „Dark“ vertont.
Andererseits ist die Musik ein liebevoller Blick in Richtung Bulgarien – und das sogar im doppelten Sinne: „Ich war auf diesem Album auch stark von Balkanklängen beeinflusst. Meine Partnerin kommt aus Bulgarien, weshalb ich mich intensiv damit beschäftigt habe. Ich liebe es, auf einem einzigen Instrument so viele Kontraste auszutesten und mit so vielen Möglichkeiten zu spielen.“
Wer die Dunkelheit liebt und den Rückzug der Romantiker in ihre Traumwelten, der hat mit „Dark – mit SOULCRANE feat. Laurent Derache“ seine ideale Begleitmusik gefunden.
FAZIT: „Dark – mit SOULCRANE feat. Laurent Derache“ ist in Album für die stillen und dunklen Stunden. Zugleich eine Flucht auf den Balkan wie das Einfahren tief in einen Stollen im Ruhrpott hinein. Erinnerungen, die der Jazz-Trompeter MATTHIAS SCHWENGLER aus seinen persönlichen Erfahrungen aus Kindheit und Partnerschaft schöpft – und diese neben seiner Trompete speziell auch durch das filigrane Spiel des französischen Akkordeonspielers Laurent Derache zum Ausdruck bringt. Dunkle und warme Jazz-Klänge im nächtlichen Flair, welche den Hörer in Traumwelten entführen, die breit gefächerte Elemente der Romantik mit Klassik sowie Moderne und natürlich den schönsten Jazz-Harmonien vereinen. Wenn es draußen dunkel wird, sollte man genau dieses Album auflegen und genießen.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Seite A (20:28):
- Dark (3:55)
- Accordion Interlude (1:12)
- Quiet Little Place (5:03)
- Bass Interlude (1:25)
- Walk Of The Mummer (7:54)
- Trumpet Interlude (0:59)
- Seite B (20:33):
- Change Of Scenery (7:01)
- Spaces (6:01)
- Guitar Interlude (1:14)
- When She Was Minus Three (6:17)
- Bass - Reza Askari
- Gitarre - Philipp Brämswig
- Sonstige - Matthias Schwengler (Trompete), Laurent Derache (Akkordeon)
- Soulcrane & Strings (2022) - 13/15 Punkten
- Dark – mit SOULCRANE feat. Laurent Derache (2026) - 12/15 Punkten
-
keine Interviews
Kontakt
