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Roger Hodgson: In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master (Review)

Artist:

Roger Hodgson

Roger Hodgson: In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master
Album:

In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master

Medium: LP/Remaster
Stil:

Art-Rock, Singer/Songwriter, Indie-Pop

Label: Universal Music, A&M Records
Spieldauer: 47:01
Erschienen: 21.08.2026
Website: [Link]

Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis für einen Kritiker – und ganz bestimmt nicht nur für den – seine alten Platten in ihrer Erstveröffentlichung aus dem Plattenregal zu holen und diese akribisch und intensiv durchzuhören, damit man einen Vergleich dazu hat, wenn eben diese LP Jahrzehnte später klangtechnisch neu aufgelegt wird. Natürlich dabei immer die Frage im Hinterkopf: Lohnt sich die Anschaffung dieser Neuauflage?
Im Falle von RODGER HODGSON, neben dem 2021 verstorbenen RICK DAVIES einem der beiden ehemaligen SUPERTRAMP-Köpfe, handelt es sich sogar gleich um zwei Neuauflagen: das 1984er-Album „In The Eye Of The Storm“ und das drei Jahre später veröffentlichte „Hai Hai“.
Demnach steht nur noch Hodgsons drittes und zugleich letztes Solo-Album, das 2000er-„Open The Door“ (an dem übrigens mehr als 30 Musiker beteiligt waren) aus.


Eins jedenfalls bleibt vorab festzustellen: Die beiden fachmännisch remasterten Neuauflagen lohnen sich definitiv für alle Klangfetischisten!
Denn diese schwarzrilligen Klangwunder gibt es nicht nur erstmals auf schwerem 180-Gramm-Vinyl, sondern sie wurden noch dazu in den Abbey Road Studios (Wer kennt die seit den BEATLES eigentlich nicht?) im Half-Speed-Master-Verfahren zur Klangoptimierung in halber Geschwindigkeit neu aufgearbeitet.
Nach wie vor gibt es oftmals Bedenken wegen vieler Klangoptimierungen und was diese summa summarum bringen. Kurz und knapp: Wer eine wirklich hochwertige Anlage und auch das ursprüngliche Original von „In The Eye Of The Storm“ besitzt, danach dann diese Ausgabe „In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master“ auf der gleichen Anlage unter den gleichen Bedingungen hört, der wird definitiv große Ohren machen. Die klangvollen Unterschiede sind unüberhörbar!

Begeben wir uns also der Chronologie folgend, erst einmal mitten hinein in das Auge des Sturms, der uns in diesem Soundgewand und solcher Klanggewalt regelrecht wegbläst. Einer der guten Gründe dafür ist neben der nunmehr großartigen Klang-Qualität natürlich das kompositorische und textliche sowie gestalterische Konzept hinter „In The Eye Of The Storm“, das deutlich die Parallelen zu SUPERTRAMPs zehn Jahre zuvor erschienenem „Crime Of The Century“-Album erkennen lässt, auch wenn es die Qualität dieses fantastischen Albums nicht oder nur ansatzweise erreicht.


Zwei Jahre nach dem insgesamt siebten Album „...famous last words...“ hatte der sehr natur- und familienverbundene Mr. Hodgson, der sich wohl offensichtlich mit RICK DAVIES aus musikalischer (aber wohl auch persönlicher) Sicht überworfen hatte, seine Supergroup SUPERTRAMP verlassen und schien wohl wieder in die progressiveren als in die immer deutlich erkennbareren poppigen Gefilde zurückkehren zu wollen, sodass er gleich mit dem progressiven düsteren achtminutigen, melodramatisch wie filmmusikalisch wirkenden, Opener „Had A Dream (Sleeping With The Enemy)“ sein Solo-Album samt noch deutlicher in den Vordergrund gemischtem Babygeschrei eröffnete und den ersten beiden Textzeilen schonmal den Hintergrund des Albums und Covers (mit zwei nackten Männern auf der LP-Rückseite) klärte: „Had a dream I was born / To be naked in the eye of the storm“, um mit dem finalen „Only Because Of You“ – ebenfalls ein Neunminuter – zur letzten optimistischen Erkenntnis zu gelangen: „And when the darkness flies away / Only love will shine to say it's true / It's only because of you...“.

Hodgson äußerte sich zu SUPERTRAMPs „...famous last words...“, auf dem sich auch der extrem poppige Superhit „It's raining again“ befand, dass hier aus seiner Sicht nur noch der kleinstmögliche Nenner zwischen ihm und Davies erreicht wurde und die Aufnahmen seinem Empfinden nach regelrecht traumatisch wirkten. Das hatte (zum Glück) im Grunde dieses wiederum deutlich progressivere Solo-Album zur Folge, welches garantiert vielen SUPERTRAMP-Freunden der ersten Stunde besser gefallen wird als '...die letzten famosen Worte...' zwischen Davies und Hodgson.


„In The Eye Of The Storm“ ist Art-Rock und Indie-Pop voller progressiver SUPERTRAMP-Ideen, bei denen leider das Saxophon verstärkt in den Hintergrund tritt und nur einmal noch bei „Hooked Of A Problem“ auftaucht. Demgegenüber stehen allerdings viele Momente, welche an die SUPERTRAMP-Hochphasen von „Crime Of The Century“ (1974) und „Breakfast In America“ (1979) erinnern. Außerdem gibt’s mit „In Jeopardy“ und „Had A Dream (Sleeping With The Enemy)“ zwei veritable Hits darauf, die ähnlich begeistern wie beispielsweise der „Logical Song“ oder „Dreamer“.
Insgesamt enthält „In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master“ sieben recht lange Songs, auf denen ROGER HODGSON all seine Qualitäten zum Einsatz bringt, welche bereits SUPERTRAMP zu der außergewöhnlichen Band werden ließ, der er nun den Rücken zukehrte, um in deren Sinne seine solistische Arbeit zu beginnen und den SUPERTRAMP-Geist aus seinem Blickwinkel fortzusetzen (Und ganz ehrlich: Ein Song wie „In Jeopardy“ wäre unter dem Signum SUPERTRAMP eine Mega-Hit und Radio-Dauerbrenner geworden!).
Stellt man dieses 1984er-Album dem zwei Jahre zuvor erschienenen letzten SUPERTRAMP-Album unter seiner Mitwirkung gegenüber, so ist „In The Eye Of The Storm“ das bessere, ja sogar fast 'typischere' Album im Geiste von SUPERTRAMP geworden, welches sich zudem (Stand heute) über zwei Millionen Mal verkaufte.

Wer als SUPERTRAMP-Fan bzw. -Freund dieses wie ein verschollen klingendes Solo-Album, das fast alle Trademarks der ursprünglichen Hodgson-Band besitzt, nicht sein Eigen nennt, der sollte diese Lücke in seiner Sammlung unbedingt schließen. Aber auch derjenige, der die 1984er-Version von „In The Eye Of The Storm“ samt einer richtig guten Musikanlage besitzt, dem ist „In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master“ ebenso ans Herz und die Ohren zu legen.


FAZIT: „In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master“ ist ROGER HODGSONs 1984er-Solo-Debüt im beeindruckend neuen 2026er-Klanggewand, das gerade diesem progressiv-art-rockigem Album, welches sich im Gegensatz zu Hodgsons Ex-Band, die er zwei Jahr zuvor verließ, wieder verstärkt die 70er-Jahre-Wurzeln von SUPERTRAMP zueigen macht. Das erste Hodgson-Solo-Album ist so nicht nur eine klangvolle, sondern mit diesem Abbey-Road-Half-Speed-Master, auch eine für viele bisher ungeahnte Klangdetails hervorhebende Angelegenheit geworden, bei der Remaster-Spezialist Miles Showell in den Londoner Studios, vor deren Tür die BEATLES über den Zebrastreifen marschierten, Beeindruckendes leistete. Außer dem 'neuen' Klang bleibt bei „In The Eye Of The Storm – 180g-Vinyl-Half-Speed-Master“ in puncto LP-Gestaltung und farbigem LP-Einleger mit allen Liedtexten alles beim Alten. Besser als viele der späteren SUPERTRAMP-Alben ohne ihn!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 127x gelesen, veröffentlicht am )

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Tracklist:
  • Seite A (23:45):
  • Had A Dream (Sleeping With The Enemy) (8:25)
  • In Jeopardy (5:59)
  • Lovers In The Wind (4:11)
  • Hooked On A Problem (5:10)
  • Seite B (23:16):
  • Give Me Love, Give Me Life (7:33)
  • I'm Not Afraid (7:03)
  • Only Because Of You (8:40)

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