Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Rowena Wise: Bad Things Feel Good* (Review)

Artist:

Rowena Wise

Rowena Wise: Bad Things Feel Good*
Album:

Bad Things Feel Good*

Medium: CD/LP/Download
Stil:

Singer/Songwriter, Indie-Pop, Folk-Pop

Label: 22Twenty
Spieldauer: 37:40
Erschienen: 07.08.2026
Website: [Link]

Bad Things Feel Good*“ - der Titel des zweiten Albums der australischen Songwriterin ROWENA WISE aus Melbourne ist nicht ganz so wörtlich zu nehmen, wie es den ersten Anschein hat – darauf verweist schon das Sternchen, das ROWENA hinzufügte, um dem Titel eine gewisse Ambivalenz zu verleihen.
Worum geht es?
Ihr erstes Album – mit dem sie Down Under zu einer Art Indie-Idol wurde – hatte den Titel „Senseless Acts Of Beauty“ und entstand unter dem Eindruck einer traumatischen Trennung in Folge einer toxischen Beziehung. Auf diesem Album ging es also darum, das Erlebte musikalisch zu verarbeiten und dabei nach Möglichkeiten zu suchen, das ganze Kapitel irgendwie zum Abschluss zu bringen und zu überwinden.


Nachdem dieses Kapitel beendet war, klingt ROWENA WISE auch auf dem zweiten Album noch nicht so richtig glücklich (was auch an ihrer getragenen Gesangsstimme liegt), aber sie verfolgt andere Anliegen. Der Fokus liegt hierbei vor allen Dingen darauf, sich selbst, seine Schwächen und seine Schrullen zu akzeptieren – gleichermaßen Mensch zu sein, selbst wenn es dabei um „Guilty Pleasures“ geht. Ihr Ziel besteht darin, menschliche Schwächen und Laster als Teil des eigenen Daseins zu akzeptieren. Das ist durchaus schmerzlich, weil man die Bereitschaft zur Veränderung zeigen muss.


Letztlich aber – so sagt es die Musikerin – bedeutet Veränderung auch persönliches Wachstum, sodass man letztlich sogar von den besagten Schwächen und Lastern lernen kann. In diesem Sinne können sich schlechte Dinge (wie eben Schwächen und Laster) trotzdem gut anfühlen, weil man am Ende daran wächst, um am Ende seinen Platz in der Welt zu finden, was zugleich Leitmotiv des Albums ist und von ROWENA WISE im Opener „Home In This World“ thematisiert wird.


Musikalisch setzt sie ihre philosophischen Gedankengänge weit weniger abstrakt um, als in ihren Texten. Für Freunde des Indie-Pop-Genres fühlt sich das Album auf gewisse Weise irgendwie vertraut an; nicht etwa weil sich Wise sich an irgendwelche Trends anhängt oder bewusst Kollegen referenziert, sondern weil sie schlicht und ergreifend die ganze Klaviatur des Indie Pop rauf und runter spielt. Ein exquisites Songwriting und eine gesangliche Darbietung, die in der Tradition von Kolleginnen wie TAMARA LINDEMAN, SHARON VAN ETTEN, JULIA JACKLIN, ADRIENNE LENKER oder JOAN AS POLICE WOMAN steht, sorgen für dieses heimelige Gefühl des Gewohnten – wobei ROWENA WISE definitiv ihre eigene Agenda verfolgt.


Der raue, druckvolle Sound des Albums, der ihr genügend Raum für den leicht larmoyanten Gesang lässt, rührt wohl daher, dass das Material der LP an lediglich 3 Tagen unter der Regie des Produzenten ROBERT MUINOS (JULIA JACKLIN) inklusive der Vocals live im Studio einspielt wurde; und zwar von ihr selbst und ihren Rhythmus-Musikern: Bassist RICHARD BRADBEER und Drummer JESS ELWOOD. Nicht dass dabei ein Live-Album entstanden wäre (da sind schon alleine zerbrechliche Folk-Kleinode wie „Home In This World“, „The Anchor“ oder die Piano-Ballade „Days Ahead“ vor); aber der druckvolle Band-Sound sorgt für eine fast schon mit Händen zu greifende physische Nähe, die in Kombination mit dem sich subtil ins Unterbewusstsein bohrendem Gesang für echte Ganzkörper-Gänsehaut sorgt. Eine Reihe ikonischer, potentieller Instant-Genre-Klassiker wie „Blood Ties“, „Diamond In The Rough“ oder der Titeltrack sind die unausweichliche Folge.


Als wäre das nicht schon genug, demonstriert ROWENA WISE als Songwriterin eindrucksvoll, dass eben nicht jede erstbeste melodische und/oder harmonische Idee hergenommen werden muss und ein bisschen Heimarbeit diesbezüglich wahre Wunder bewirken kann – und sei es, dass mal ein zweiter Refrain eingeschoben wird, wie etwa bei den Tracks „More Horizon“ oder „Diamond In The Rough“.
Gänzlich andere Referenzen lassen sich bei der Single „Blood Ties“ entdecken, die mit einem vollsatten FLEETWOOD MAC-Groove daherkommt, während das abschließende „Days Ahead“ mit Low-Fi-Ästhetik anrührt.


FAZIT: Mit ihrem zweiten Album „Bad Things Feel Good*“ löst ROWENA WISE so ziemlich alle Versprechen ein, die sie mit ihrem ersten Album und nicht zuletzt als Performerin im Rahmen ihrer unermüdlichen Tour-Aktivitäten gegeben hat. Der moralische Kompass, den sie im Titeltrack „Bad Things Feel Good“ besingt, hat ihr offensichtlich den rechten Weg gewiesen.

Ullrich Maurer (Info) (Review 37x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Home In This World
  • More Horizon
  • Blood Ties
  • No Angel
  • Sum Of Two
  • Diamond In The Rough
  • The Anchor
  • Unlearning Of Love
  • Bad Things Feel Good
  • Days Ahead

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Welches Tier gibt Milch?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!