Partner
Services
Statistiken
Wir
Talia Hoit: When The Skies Fall (Review)
| Artist: | Talia Hoit |
|
| Album: | When The Skies Fall |
|
| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Symphonic Metal |
|
| Label: | Iberis Entertainment | |
| Spieldauer: | 44:01 | |
| Erschienen: | 28.08.2026 | |
| Website: | [Link] |
Ein neuer Stern am Nachthimmel, ganz nahe dem verfinsterten Mond, um den Nebelschleier wallen, ist die aus Colorado stammende Sängerin, Keyboarderin und Komponistin TALIA HOIT, die den Himmel auf uns fallen lässt und dabei eine interessante Figur abgibt. Aber auch die Schrecken der Finsternis und des Untergangs prasseln auf den Hörer ein, denn schon im Album-Opener „Unwanted“ öffnet Hoit lautstark 'Pandora's Box' – und in dieser Büchse befindet sich alles Unheil, welches die Menschheit überfallen und zerstören kann: „You opened Pandora's Box again / I feel the consequence / It feels like I've died and gone to hell again / In search of heaven“.
Die Höllentore sind also geöffnet, während wir gemeinsam sympho-metallisch mit TALIA HOIT nach der Himmelstür suchen – und bei diesen finsteren Rhythmen wohl nur schwer finden werden, selbst wenn uns kristallklare E-Gitarren-Passagen mitunter genau den richtigen Weg zu weisen versuchen.
Auch wer nach den Texten sucht, wird diese in der LP auf einem großen Einleger finden.
„When The Skies Fall“ ist das bereits zweite Hoit-Album, das sich einerseits völlig dem symphonischen Metal öffnet, aber auch auf groß angelegte akustische Balladen oder Hymnen setzt und (glücklicherweise) hierbei auf jeden opern- und arienhaften Anflug verzichtet. Hier zählt mehr das Natürliche als das übertrieben Bombastische, welches mit großem Pathos um die Ecke gedonnert kommt. Selbst wenn schon das ziemlich kitschig geratene LP-Cover genau das vermuten lässt. Obwohl es natürlich genug Bombast und fette Gitarren-Breitseiten gibt, hinterlassen einem am Ende optimistische Botschaften voller Hoffnung zurück – oder TALIA HOLT findet den passenden Decken zu Pandoras Gefäß, wenn der finale Song „Urgency“ mit den Zeilen: „Cause wishes still could come to life / So take your chances / It could happen, just try“, endet.
Bis dahin gibt es so einige orchestrale und epische Momente – die stellenweise klassischen Charakter annehmen – auf dem dreiviertelstündigen „When The Skies Fall“ zu entdecken. Mitunter wirken diese filmisch und tragisch, wozu besonders die wechselhafte, volltönende Stimme von TALIA HOIT beiträgt. Eine Stimme, die ihre ganze Stärke auch in einer Ballade wie „All You Want“ entfaltet, während „Refuge“ sogar noch stärkere Melodramatik mit Piano und hymnischen Streichern entfaltet.
Demgegenüber stehen jede Menge Opulenz und Härte, die sich in dem permanent geschickt wechselnden Kontext von „When The Skies Fall“ einordnen – so als wollten sie einerseits die extrem Intensität des freien Falls und andererseits ein immer wieder von den Wolken aufgefangenes Dahinschweben orchestrieren. Hier kommen tatsächlich alle auf Laut-leise-Momente setzenden Sympho-Metallisten voll auf ihre Kosten.
Wer mehr auf durchgängigen, breitwandigen Druck setzt, dem werden die vielen akustisch-ruhigen Momente ein wenig zusetzen, obwohl sie nach kurzer Zeit immer wieder mit fettem Bombast entschädigt werden.
Die Stimme der Sängerin ist diesbezüglich absolut hörenswert und ideal für dieses musikalische Finstermann/Finsterfrau-Genre geeignet, das stellenweise auch in Richtung Doom Metal oder Gothic abdriftet, sodass sich die wechselvollen Momente positiv auf die Atmosphäre – die bereits mit dem streitbaren Album-Cover aufgegriffen wird – auswirkt.
Leider ist die Album-Produktion ziemlich verwaschen ausgefallen und viele Stereo-Effekte gehen in den bombastischeren Momenten mulmig unter. Auch ist der Gesang an manchen (lauten) Stellen etwas zu leise abgemischt. Daher wirken gerade die weniger fetten Klänge, wenn der Himmel gerade mal nicht im lautstark-freien Fall ist, am überzeugendsten.
Hier sollte auf jeden Fall für das dritte Album angesetzt werden, damit die musikalischen Ideen in einem klareren Sound auf allen Ebenen verwirklicht werden können – und nicht nur die E-Gitarren und die ruhigeren Passagen (inklusive des Gesangs) ihre überzeugende Vollendung finden.
FAZIT: „Wo Licht ist, sind Schatten nie weit. Freude und Trauer gehen Hand in Hand. Sie sind untrennbar miteinander verwoben, wie Liebe und Trauer, die im selben zerbrechlichen Herzschlag widerhallen. In dieser zarten Spannung nimmt etwas zutiefst Menschliches Gestalt an: die stille Erkenntnis, dass Schönheit oft mit Schmerz einhergeht und Verlust ein Abbild dessen ist, was einst hochgeschätzt wurde.“ So beschreibt THALIA HOIT unter ihrer bandcamp-Seite die Wirkung und Absicht hinter ihrem „When The Skies Fall“-Album und holt dabei weit mit finsterem Symphonic Metal aus, der sogar so weit geht, die unheilvolle Büchse der Pandora zu öffnen. Musikalisch für alle Freunde symphonischen Metals mit reizvoll eingeflochtenen ruhigen Momenten ein echter Hinhörer, aus produktionstechnischer Sicht gibt’s noch einigen Platz nach oben. Da hat die gute Pandora wohl manchmal zu sehr in zerstörerischer Absicht an den Reglern gedreht.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Seite A (22:27):
- Unwanted (4:30)
- Tremble Within (3:59)
- Beyond Words (5:00)
- Again (4:24)
- Prayer For Rain (4:34)
- Seite B (21:34):
- Orion (4:44)
- All You Want (5:04)
- Refuge (3:35)
- Torn (3:48)
- Urgency (4:23)
- Bass - Max Stoner
- Gesang - Talia Hoit
- Gitarre - Mat Plekhanov
- Keys - Talia Hoit, Frank Pitters
- Schlagzeug - Roland Narvatil
- Sonstige - Frank Pitters (Orchestrales Arrangement)
- When The Skies Fall (2026) - 10/15 Punkten
-
keine Interviews
Kontakt
