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Killflavour: Forest Mirror (Review)

Artist:

Killflavour

Killflavour: Forest Mirror
Album:

Forest Mirror

Medium: Limitiert
Stil:

Darkkraut, Psychedelic, Space-, Progressive- und Post-Rock

Label: Barhill Records/Cargo
Spieldauer: 48:38
Erschienen: 14.07.2017
Website: [Link]

Das Auge des Wolfs, das übrigens dem Auge eines Adlers sehr ähnlich ist, blickt einen direkt vom Cover der KILLFLAVOUR-LP an, die uns, wenn man sie aufklappt, den kompletten Wolfsblick freigibt, um in ihrem Inneren einen urwüchsigen Wald zu offenbaren. Eine hervorragende Einstimmung auf ein Album, das ähnlich urwüchsig wie dieser Wald, lauernd und bedächtig wie der Wolf und erhaben schwebend wie eine Adler klingt: Willkommen auf der Spiegelseite des Waldes!

Doch gemeinsam mit dieser deutschen Band, die auf „Forest Mirror“ alle krautrockigen Freunde von CAN, GURU GURU und ASH RA TEMPEL bis zu den SWANS in Verzückung versetzen wird, begrüßen wir mit dieser LP zugleich ein neues deutsches, auf Vinyl spezialisiertes Platten-Label, das, wenn es die Qualität ihrer ersten Veröffentlichung beizubehalten vermag, sich sicher eine sonnige Zukunft in der Nische guter (Retro-)Rockmusik sichern wird: Ein herzlich-neugieriges Willkommen darum auch für BARHILL RECORDS!

Um zu erahnen, was uns auf „Forest Mirror“ erwartet, brauchen wir uns nur in den Wald der LP-Innenseite zu begeben, dunkel und unglaublich „natürlich“, eigentlich unberührt, aber dann entdecken wir doch einen Weg, der in Richtung heller Himmel, der durch das Geäst scheint, führt. Auch was uns anfangs als Urwald erscheint, mit überdimensionalen Baumstämmen, bietet für ganz junges Leben Schutz. Mehrere kleine Bäume, die sich im Schutz der großen verstecken, verrät uns ein genauerer Blick. Ein Bild von solcher Aussagekraft, welche zugleich die Musik von KILLFLAVOUR umzusetzen versucht. Finstere Grundtöne, verspielte Psychedelic, atmosphärische, lautmalerische – oder wie bei „Shifting Paradigms“ und „Hiding Nature“ stark verhhallte - Gesänge, ein post-rockiger Aufbau jedes einzelnen Stücks, von dem einen besonders der sich über die gesamte LP-B-Seite erstreckende 24minuter „Word As Shape“ gefangen nimmt und in seinen hypnotischen Sog zieht, den wir beispielsweise auch von den ganz großen Kanadiern GODSPEED YOU! BLACK EMPEROR oder A SILVER Mt. ZION kennen.

KILLFLAVOUR – ein so genanntes Darkkraut-Projekt aus Saarbrücken -, das bereits seit 1995 existiert, ist dafür bekannt, dass es seine musikalischen Klangwelten rein improvisatorisch und „live im Studio“ einspielt und aufnimmt. Im Falle von „Forest Mirror“ geschah dies an zwei Tagen im Frühjahr 2016 mit XY-Mikrofonierung in der Raummitte und einem Mastering mit analogen Gerätschaften aus dem goldenen Recording-Zeitalter, womit die Band zugleich ein außergewöhnliches Hörerlebnis hervorruft, welches sicher auch viele frühe barrettsche PINK FLOYD-Fans, als die sich noch völlig dem „Interstellar Overdrive“ hingaben, begeistern wird.

Die Band selber stellt auf ihrer LP zu den Aufnahmen eindeutig klar:
„Our music is free from rules, hierarchies, structures, songtraints and full of spirit and ghosts!“
Außerdem widmen sie das Album allen „Tieren und Umweltschützern“, was zugleich für ihre Naturverbundenheit in Verbindung mit der Natürlichkeit ihrer Musik steht und die Parallelen zu Titel und Cover herstellt.

Die Dynamik des Aufbaus, die Verspieltheit der Instrumente, das druckvolle Drumming, die einfallsreichen, experimentellen Improvisationen – hier stimmt all das, was die natur- und musikliebenden Nostalgiker unter uns in den psychedelischen Klangreisen der Spätsechziger und Frühsiebziger so sehr zu schätzen wissen, sodass am Ende für alle Psyche-Nostalgieverliebten...

...nur folgendes FAZIT herauskommen kann: „Wie ein Kriechgang durchs Unterholz wirken die vier Stücke auf der fünften abend- und nachtfüllenden Scheibe von KILLFLAVOUR“, heißt es im Promo-Sheet des Albums. Eine bildhafte Sprache für die bildreiche Musik hinter „Forest Mirror“, die sich zwischen psychedelischen Klängen und einem prostrockigen Aufbau zu einem wahren Urwald aus dunkel gefärbten, hypnotischen Klang-Kräutern erhebt.


PS: Doch alle, die sich – genauso wie der Kritiker – nach diese aus Raum und Zeit gefallenen Musik noch mit weit geöffneten Ohren sehnen, den sei zur Eile gemahnt, denn diese nicht nur musikalische, sondern auch gestalterische beeindruckende LP samt digitalem Download-Code gibt es bei Barhill Records nur in einer sehr geringen, strikt auf 300 Exemplare limitierten Ausgabe zu erstehen!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 7276x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
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Wertung: 13 von 15 Punkten [?]
13 Punkte
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Tracklist:
  • Seite A (24:50):
  • In, But Not Of This World (10:58)
  • Shifting Paradigms (4:10)
  • Hiding Nature (9:42)
  • Seite B (23:48):
  • Word As Shape

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

Interviews:
  • keine Interviews
Kommentare
microphallus
gepostet am: 28.11.2025

User-Wertung:
1 Punkte

★☆☆☆☆ Nicht einmal für die Tonne!

Ich durchlebe gerade eine existenzielle Krise, nicht weil das Leben so sinnlos ist, sondern weil ich diese CD zu Ende gehört habe. Was ich hier ertragen musste, lässt sich mit Worten kaum beschreiben, aber ich versuche es mal.

Wenn ich meinen Hund misshandle, hört der sich besser an als dieses Gejaule. Ernsthaft. Das Geheul meines Hundes hätte wenigstens Emotionen, eine gewisse Intensität und ein echtes, unverfälschtes Leiden. Das hier ist nur ein seelenloser, synthetischer Abklatsch von Gefühlen.

Ich habe noch nie sowas Grausames gehört. Man stellt sich vor, jemand hätte eine kaputte Spieluhr in einen Wäschetrockner gesteckt, einen Haufen Katzen in Not hinterher geworfen und dann "Aufnahme" gedrückt. Es ist, als ob jemand versucht, einen Song zu schreiben, nachdem er nur die Produktbeschreibung von "Musik" gelesen, aber nie welche gehört hat.

Jede Note dieses "Albums" ist eine Beleidigung für die Ohren und eine Tragödie für die Gehirnzellen, die ich beim Zuhören im Sekundentakt verloren habe. Die Texte klingen, als wären sie von einem pubertären Teenager in einem Lyrik-Workshop für hoffnungslose Fälle geschrieben worden, und die Stimme des Sängers erinnert an den Sound einer Schleifmaschine, die gegen ihren Willen betrieben wird.

Dieses Machwerk ist nicht nur schlecht, es ist eine aktive Verschlechterung der Welt. Es ist die auditive Entsprechung von Magen-Darm-Grippe. Kaufen Sie diese CD unter keinen Umständen. Wenn Sie sie geschenkt bekommen, benutzen Sie sie als Untersetzer oder zerkratzen Sie sie mit einem Schlüssel, um die Menschheit vor diesem akustischen Gift zu bewahren.
Thoralf
gepostet am: 28.11.2025

Oh weh, Microphallus (Welch feiner Name...), das klingt ja echt wütend - und auch ganz schön beleidigend. Aber es ist auch dein gutes Recht, dieses Album aus deinem hier ausführlich begründeten Blickwinkel so extrem scheiße zu finden. Dass ich völlig anders an diese Musik herangegangen bin, liest du ja in meiner Review. Auf jeden Fall aber ist "Forest Mirror" wirklich sehr schwer zu konsumieren. Was man dann daraus macht, ist wie so oft eben rein subjektiv. Darum habe ich mal nach einer Hörprobe gesucht und auch gefunden, sodass sich nun jeder direkt von dieser Review aus seinen eigenen Eindruck machen kann. Hoffentlich geht's dabei nicht allen so wie dir.
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