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Anthony Garone: OK, But Why? (Review)
| Artist: | Anthony Garone |
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| Album: | OK, But Why? |
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| Medium: | CD/Download/Do-LP | |
| Stil: | Experimenteller (größtenteils) instrumentaler, crimsonesker Progressive- und Jazz-Rock |
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| Label: | MoonJune Records | |
| Spieldauer: | 55:25 | |
| Erschienen: | 15.05.2026 | |
| Website: | [Link] |
„Anthony Garone hat eine außerordentliche, sehr dichte, außerirdisch melodische, voller rhythmischer Gehirndrehungen gespickte, erhaben schöne Solo-Platte gemacht... Ich bin sehr froh, dass ich sie nicht spielen muss.“ (STEVE VAI zu „OK, But Why?“)
Wer schräge Gitarren-Ausflüge mit deutlich FRIPPscher Tendenz mag, der wird seinem 'ohralen' Glück kaum glauben können, wenn „OK, But Why?“ von ANTHONY GARONE seine musikalischen Bahnen durch den Player zieht.
Obwohl das Album ganz ähnlich zerrissen wie das dazugehörige Cover erscheint, so hält es genau dieses immer stärker faszinierende Spiel mit und an der Gitarre es zusammen. Ja, es wirkt fast ebenso exzentrisch wie der Gitarren-Gott des Prog, der mit KING CRIMSON diesem Prog-Rock-Begriff erst einen echten Inhalt verlieh – und dem nun ANTHONY GARONE ganz offensichtlich anno 2026 erneut auf den Grund geht.
Ein mutiges Unterfangen.
Aber ANTHONY GARONE hat es tatsächlich drauf und klingt auf „OK, But Why?“ fast so, als wollte er KING CRIMSON ein weiteres instrumentales Kapitel hinzufügen, wobei er aber beispielsweise in „Pune“ auch GENTLE GIANT unüberhörbar mit bemüht.
Da ANTHONY GARONE nicht nur als Musiker, sondern auch als Schriftsteller fungiert, offenbart er gerade in seinem 2021 erschienenen Buch „Failure to Fracture: Learning King Crimson's Impossible Song“ bereits seine unglaubliche Leidenschaft für KING CRIMSON, denn darin schildert er den Versuch, KING CRIMSONs „Fracture“ vom Album „Starless and Bible Black“ (1974) für sich als Musiker und Fan gleichermaßen zu erschließen, weswegen er diese Herausforderung mit Musiktheorie, Autobiografie, persönlichen Erfahrungen und dem Besuch einer Meisterklasse von Robert Fripp verknüpft, um die unglaubliche Strahlkraft dieses komplexen Meisterwerks auszudrücken.
Mit „OK, But Why?“ lässt Garone uns nunmehr an seinem musikalischen Versuch teilhaben, was eine Band wie die 70er-Jahre-KING CRIMSON und ganz besonders ROBERT FRIPP bei ihm hinterließ.
Mit „Erudite Eyes“ (eine echte Ballade mit Gesang vom 1968er „The cheerful insanity of Giles, Giles & Fripp“-Album) entdeckt man sogar eine Komposition von ROBERT FRIPP und die Klassikfreunde werden gleich insgesamt acht Minuten lang mit zwei BACH-Kompositionen („Concerto For Violin And Oboe Mov. 1“ und „Concerto For Violin And Oboe Mov. 3“) beglückt.
ANTHONY GARONE vollzieht eine geschickte Gratwanderung zwischen progressiven wie eingängigen, deutlich von KING CRIMSON, mal progressiven, aber auch jazzigen und psychedelischen sowie zartgigantischen Einflüssen geprägten Momenten, die der spielfreudige, hochbegabte Gitarrist – der auch durch die Gitarren-Schule von ROBERT FRIPP ging – geschickt miteinander fusioniert und dabei sogar vor BACHscher Klassik (inklusive mittelalterlicher Spinett-Klänge sowie fetter Orgeln, die sich mit modernen E-Gitarren vereinen) nicht haltmacht.
Da beantwortet sich die als Albumtitel aufgeworfene Frage „OK, But Why?“ ganz von selbst.
Weil es Freude bereitet und ein ANTHONY GARONE diesen gewagten Vergleich mit seinem Ober-Gitarrero nicht zu scheuen braucht.
Das Ergebnis ist beachtlich – und natürlich unüberhörbar am musikalischen Vorbild angelehnt.
FAZIT: Nach sage und schreibe 19 Jahren lässt ANTHONY GARONE, ein ganz großer Verehrer von BACH sowie KING CRIMSON und ROBERT FRIPP-Schüler, dem Debüt „Within“ mit „OK, But Why?“ sein zweites, ganz deutlich an sein FRIPPsches Vorbild angelehntes Album erscheinen, das allerdings auch solchen Prog-Größen wie GENTLE GIANT huldigt und mit insgesamt 20 weiteren Musikern, die ihn bei dieser CD-Veröffentlichung fleißig unterstützten, aufwartet. Top-Empfehlung für alle, in denen noch immer das crimsoneske Herz schlägt und die in dieser Beziehung ihre Suche nach königlichem Ohrenfutter niemals aufgeben.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Binge
- Three Legged Dog
- Deathtrap
- Dance
- Brex
- Harnch 2.0
- My Garden
- Erudite Eyes
- Trust
- Pune
- Concerto For Violin And Oboe Mov. 1
- Concerto For Violin And Oboe Mov. 3
- Crush
- Tingz
- Bass - Michael Manring, John Landy, Andy West, Rob Müller, Robbie Seahag Mangano
- Gesang - Tony Garone, Chris Misterek, Jake Ineck
- Gitarre - Anthony Garone, Steve Ball, Jan Zehrfeld, Tom Monda, Gretchen Menn
- Keys - Gabe Garone, Daniel Shin, Adam Strand
- Schlagzeug - Morgan Ågren, Owen Dueck, Sebastian Lanser, Rob Müller
- Sonstige - Paul Hanson (Fagott), Grace Guthrie (Geige), Bryce Bickham (Guitar engineering)
- OK, But Why? (2026) - 12/15 Punkten
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