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Flore Laurentienne: Volume III (Review)
| Artist: | Flore Laurentienne |
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| Album: | Volume III |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Neoklassik / Ambient / Orchestral Pop |
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| Label: | Secret City Records | |
| Spieldauer: | 32:51 | |
| Erschienen: | 27.03.2026 | |
| Website: | [Link] |
Wenn ein Künstler seine Alben schlicht durchnummeriert, deutet das meist auf eine konsequente Vision hin. So auch bei dem Kanadier MATHIEU DAVID GAGNON und seinem Projekt FLORE LAURENTIENNE, das nun mit „Volume III“ das 2019 begonnene Projekt Mensch und Natur in ein orchestrales Spannungsfeld zu setzen, abschließt. Wer hier jedoch einen lauen Aufguss der Vorgänger erwartet, hat die Rechnung ohne den kompositorischen Reifeprozess gemacht, den das Ensemble in den letzten Jahren durchlaufen hat. Standen früher oft die kühlen, analogen Synthesizer-Flächen im Vordergrund, wirkt das neue Material deutlich organischer.
Der zentrale Unterschied zu den Vorgängern liegt im Klangbild. Die analogen Synthesizer sind weiterhin präsent, stehen jedoch nicht mehr so dominant im Vordergrund. Stattdessen wirken die Arrangements geschlossener, die Streicher greifbarer, das Zusammenspiel direkter. „Fleurs“ beginnt zurückhaltend, fast skizzenhaft, setzt jedoch früh auf klare motivische Führung. Mit „Régate“ gewinnt das Album an Dynamik und es zeigt sich, dass die Stücke stärker aus gemeinsamer Arbeit entstanden sind – das Material wirkt weniger konstruiert, sondern fließender entwickelt.
Besonders die Stücke „Fleuve VII“ und „Fleuve VIII“ führen die bekannte Fluss-Thematik fort, allerdings mit einer Bogenführung, die sich fast schon trotzig gegen die synthetischen Teppiche stemmt.
Thematisch kreist „Volume III“ um den Zyklus von Werden und Vergehen – das Bild des Samens, der wächst, blüht und schließlich verwelkt. Das klingt nach Pathos, wird von Gagnon aber meisterhaft in Töne übersetzt, die zwischen barocker Satztechnik („Navigation VII“) und fast schon experimenteller Grenzüberschreitung pendeln. Im abschließenden „(À Travers Les) Chablis“ fordert Gagnon seine Musiker explizit auf, die Instrumente, vor allem die Schlagwerke, an ihre Belastungsgrenze zu führen. Da reibt es sich, da knarzt es, und genau in diesem kontrollierten Chaos entsteht eine Schönheit, die weit über das übliche Wohlfühl-Ambient-Einerlei hinausgeht.
Fazit: Mit „Volume III“ beschert der Kanadier MATHIEU DAVID GAGNON der Trilogie seines Projektes FLORE LAURENTIENNE einen krönenden und konsequenten Abschluss. Der Künstler beweist hier einmal mehr, dass die Symbiose aus Klassik und Elektronik noch lange nicht auserzählt ist, wenn man sie mit so viel Herzblut und handwerklicher Präzision angeht. „Volume III“ ist ein Album, das wachsen will und bei jedem Durchlauf neue Schichten offenbart. Für Freunde von anspruchsvoller Instrumentalmusik zwischen Neuer Einfachheit und frühem Elektro-Pioniergeist ist diese Scheibe ein absolutes Muss.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Fleurs
- Re?gate
- Petit Matin
- Le Temps
- Fleuve VII
- Fleuve VIII
- Navigation VI
- (A? travers les) Chablis
- Keys - Mathieu David Gagnon
- Schlagzeug - Antoine Létourneau-Berger, Robbie Kuster
- Sonstige - Sarah Pagé (Harfe), Éveline Grégoire-Rousseau (Harfe), Mélanie Bélair (Geige), Dominic Guilbault (Geige), François Pilon (Geige), Mélanie Vaugeois (Geige), Amélie Benoit Bastien (Geige), Christian Prévost (Geige), Chantal Bergeron (Geige), Vanessa Marcoux (Geige), Yu Bin Kim (Geige), Anastasia Virlan (Geige), Gabrielle Bouchard (Geige), Ligia Paquin (Viola), Madeleine Messier (Viola), Bojana Milinov (Viola), Véronique Vanier (Viola), Sheila Hannigan (Cello), Annie Gadbois (Cello), Carla Antoun (Cello), Jean
- Volume III (2026) - 13/15 Punkten
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