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Jehnny Beth: You Heartbreaker, You (Review)
| Artist: | Jehnny Beth |
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| Album: | You Heartbreaker, You |
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| Medium: | CD/LP/Download | |
| Stil: | Post-Punk / Art-Rock / Noise |
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| Label: | Fiction Records | |
| Spieldauer: | 28:07 | |
| Erschienen: | 29.08.2025 | |
| Website: | [Link] |
Nachdem JEHNNY BETH mit ihrer Band SAVAGES den Post-Punk der Zehnerjahre maßgeblich mitgeprägt und auf ihrem Solodebüt „To Love Is To Live“ (2020) eher kühle, industrielle Pfade beschritten hat, kehrt die Wahl-Britin auf ihrem zweiten Longplayer „You Heartbreaker, You“ zu einer fast schon physisch spürbaren Rohheit zurück. Es ist ein Album, das sich nicht anschleicht, sondern gleich mit der Tür ins Haus fällt – produziert und eingespielt von Johnny Hostile, der dem Material eine dichte, raue Textur verleiht, ohne dessen strukturelle Klarheit aus dem Blick zu verlieren.
Der Opener „Broken Rib“ setzt ein erstes Ausrufezeichen. Ein schriller Auftakt, ein vorwärtsdrängender Beat, dumpfer Bass und eine gespannte Atmosphäre, die zwischen Flüstern und Schreien schwankt, lassen unweigerlich an die aggressive Dringlichkeit von SAVAGES denken. „Good For People“ präsentiert sich im Elektro-Beat mit viel Post-Punk-Charme in der Stimme, während „Out Of My Reach“ rohen Industrial-Charme verkörpert und mit einem vergleichsweise eingängigen Refrain aufwartet.
Insgesamt wirken die Stücke wirken konzentrierter, persönlicher und emotional unmittelbarer als auf dem Vorgänger. Verletzlichkeit wird hier nicht ausgestellt, sondern in kontrollierte Wut überführt. Besonders deutlich wird das in „Obsession“, das mit verzerrten Bassläufen und kantiger Rhythmik arbeitet und BETHs stimmliche Präsenz abermals in den Mittelpunkt rückt.
Und so halten Tracks wie „High Resolution Madness“ was der Titel verspricht: Hier regiert der musikalische Wahnsinn und wer sich zu sehr in Sicherheit wiegt, wird durch die plötzlichen Noise-Eruptionen unsanft geweckt. Diese Dynamik aus Anziehung und Abstoßung zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Platte und sorgt dafür, dass die Aufmerksamkeit des Hörers zu keinem Zeitpunkt nachlässt. Auch die Zusammenarbeit mit Gästen (wie man sie vom Vorgänger kannte) wurde diesmal zurückgefahren, was dem Album einen sehr geschlossenen Charakter verleiht. Und die Schlussnummer „I See Your Pain“ wirkt fast ruhig und versöhnlich. Fast.
FAZIT: Mit „You Heartbreaker, You“ liefert JEHNNY BETH ein kompromissloses Statement ab, das zwischen noisigem Art-Rock und wütendem Post-Punk pendelt. Es ist ein organisches, ungeschöntes Werk, das gerade durch seine Ecken und Kanten überzeugt und die Künstlerin in Bestform zeigt. Wer auf der Suche nach gefälligen Hooklines ist, wird hier enttäuscht – wer jedoch Musik mit emotionaler Reibungsfläche sucht, ist bei diesem Album bestens aufgehoben.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Broken Rib
- No Good For People
- Obsession
- Out Of My Reach
- I Still Believe
- Reality
- Stop Me Now
- High Resolution Sadness
- I See Your Pain
- Bass - Johnny Hostile
- Gesang - Jehnny Beth
- Gitarre - Johnny Hostile
- Keys - Johnny Hostile
- Schlagzeug - Johnny Hostile
- You Heartbreaker, You (2025) - 13/15 Punkten
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