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Gavial: Thanks, I Hate It (Review)
| Artist: | Gavial |
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| Album: | Thanks, I Hate It |
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| Medium: | LP+CD/Download | |
| Stil: | Stoner-, Kraut- und Psychedelic-Rock, Power Blues |
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| Label: | Exile On Mainstream Records | |
| Spieldauer: | LP und CD je 42:19 | |
| Erschienen: | 23.01.2026 | |
| Website: | [Link] |
Nach dem „VOR“ gibt’s immer ein „DANACH“! Obwohl das nicht zu 100% für GAVIAL gilt, denn die stehen derzeit mehr auf Hass als auf ein Danach. Und die deutschen Retro-Rocker bedanken sich dafür sogar auf ihrer aktuellen Vinyl-LP (plus der darin befindlichen CD) auf herzlich psychedelische Weise.
Nachdem sich die aus den TOURETTE BOYS hervorgegangenen GAVIAL bereits auf ihrem gut zwei Jahre zurückliegenden Vorgänger „VOR“ ausgiebig dem Stoner-, Kraut- und Psychedelic-Rock sowie Power Blues widmeten, fokussieren sich die aus dem ostdeutschen Bermudadreieck Berlin-Dresden-Leipzig stammenden (und hoffentlich trotz all des thematisierten Hasses nicht zu schnell untergehenden) Musiker diese Mal auf „Thanks, I Hate It“ deutlicher in Richtung Psychedelic Rock.
Das passt zugleich bestens zu den Texten, die leider im Rahmen der LP/CD-Kombination nicht mit enthalten sind. In diesen geht es – bei genauem Hinhören (englisches Textverständnis vorausgesetzt) – um die gesellschaftlichen wie politischen und aktuell kulturellen Zustände, für die man sich tatsächlich ernsthaft bedanken kann, aber selten nur im positiven Sinne.
Und ganz ehrlich: Wer denkt eigentlich nicht Ähnliches, wenn er sich mit den derzeitigen Zuständen im Lande beschäftigt?
Da passt ein „Dankeschön – ich hasse es!“ schon ziemlich gut.
Sollte einer ernsthaft anderer Meinung sein, dann schalte der bitte ausschließlich weiterhin das Radio und die öffentlich-rechtlichen Mainstream-Rundfunk/Fernsehsender ein, in denen die 'Wahrheit' viel zu oft verkürzt oder auf links(extrem) getrimmt wird und die umfassende freie Meinung kaum noch zum Tragen kommt: Es geht also um Korruption, das Wiedererstarken des Militarismus, das Beschneiden grundlegender Menschenrechte und so weiter und so fort. Breit gefasste, in viele Richtungen tendierende Themen.
Etwas überraschend beginnt das Album daher mit „Control“ ziemlich minimalistisch mit einer gewissen UFO-Abgehobenheit. Deutet aber zugleich die stark psychedelische Schlagseite an, indem darauf offensichtlich mit Soundscapes experimentiert wird.
Und dass GAVIAL während dieser Psyche-Mission niemals die Kontrolle verlieren, beweisen sie über die gesamten 42 Album-Minuten, selbst wenn sie mit dem letzten Song verblüffen.
Sicher kennen viele noch die absolute Schmachtfetzen-Ballade „Wicked Game“ von CHRIS ISAAK. Dass GAVIAL sich diesen Song als interessante, wiederum psychedelisch orientierte Cover-Version auswählen, verunsichert im ersten Moment. Auch konterkariert es in gewissem Maße ein wenig den Gesamteindruck hinter „Thanks, I Hate It“ (auch von der schwelgend-hassfrei-romantischen Thematik des Originals her). Doch gerade dieser stimmungswechselnde Tupfer erweist sich als besonderer Hinhörer, wenn man besagtes, wirklich schmalztriefende Original noch in den Ohren hat. Denn GAVIAL 'entschmalzen' den Song und schicken ihn auf eine Psyche-Balladen-Reise, wobei sich zugleich die großartige Stimme ihres Sängers Benjamin Butter, der mi seiner Interpretation dem guten Isaak gerne mal die Stimmbänder raspelt, erneut voll in Szene setzen kann.
FAZIT: Der Stoner-, Kraut- und Psychedelic-Rock des deutschen Quartetts GAVIAL ist ideal für die Zeit bestimmt, in der man liebevoll und mit großer Vorsicht seine LP-Sammlungen genoss und auch an CDs noch nicht zu denken war. Das 70er-Jahre-Flair umgarnt das komplette „Thanks, I Hate It“-Album und nimmt den Hörer mit auf einen Trip, bei dem er garantiert keinen Hass, sondern viel mehr (mitunter durch gewisse Kräuterchen hervorgerufene) Freude empfand. Und da das Label 'Exile On Mainstream Records' dieser LP zugleich noch eine CD beilegt, kommen selbst die moderner eingestimmten Retro-Freunde voll auf ihre Kosten. Ein feines Album, das geschmackssicher den Weg des 'VOR'gängers fortsetzt.
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- Seite A:
- Control
- Koru Mindset
- Pretender
- Grow
- Seite B:
- Leviathan
- Wandern
- Wicked Game
- CD:
- Control
- Koru Mindset
- Pretender
- Grow
- Leviathan
- Wandern
- Wicked Game
- Bass - Paul Kollascheck
- Gesang - Benjamin Butter
- Gitarre - Paul-Willy Stoyan, Benjamin Butter
- Schlagzeug - Conrad Brod
- VOR - Vinyl-Edition (2023) - 13/15 Punkten
- VOR - CD Editon (2023) - 11/15 Punkten
- Thanks, I Hate It (2026) - 12/15 Punkten
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