Partner
Services
Statistiken
Wir
Brand X: Theory Of Nothing – Recorded Live 1977 (Review)
| Artist: | Brand X |
|
| Album: | Theory Of Nothing – Recorded Live 1977 |
|
| Medium: | Do-CD | |
| Stil: | Jazz- und Progressive-Rock, Fusion, Instrumental |
|
| Label: | MoonJune Records | |
| Spieldauer: | 87:26 | |
| Erschienen: | 28.08.2026 | |
| Website: | [Link] |
Wohl ohne den Tod des BRAND X-Keyboarders und Masterminds Robert Lumley hätte dieses fantastische Live-Dokument aus dem Jahr 1977 nie veröffentlicht werden können. Dieses 1977er-Archivkonzert wurde erst nach Lumleys Tod als eine Sammlung von Tonbandspulen (aufgenommen auf zwei Tonbandmaschinen aus dem Lumley-Nachlass) auf dessen Dachboden entdeckt. Vorgesehen war dieser bis dahin verschollene Konzertmitschnitt ursprünglich wohl für geplante Aktivitäten in der Radiolandschaft, zu denen es nicht kam, obwohl BRAND X, bei denen eigentlich ein gewisser PHIL COLLINS hinterm Schlagzeug saß (der allerdings zu diesem Zeitpunkt gehörig bei GENESIS eingebunden war), gerade recht erfolgreich ihr „Moroccan Roll“-Album veröffentlicht hatten und dieses bei ihren Konzerten ausgiebig präsentierten, wobei sie natürlich auch den zynisch zu verstehenden 'Selbstmord in der Disco' besonders intensiv auslebten.
Live saß bei diesen Aufnahmen, die dank MoonJune Records qualitativ bestens aufgearbeitet, nunmehr unter dem Titel „Theory Of Nothing – Recorded Live 1977“ veröffentlicht werden, der gerade 21-jährige Kenwood Dennard – als die Collins-Ablösung – hinter den Fellen. Dass er seine Aufgabe live hervorragend löst, kann nunmehr auf dieser Doppel-CD im schön gestalteten dreiflügeligen Digipak mit 12-seitigem Booklet plus Extraeinleger nachgehört werden.
Das im gleichen Jahr erschienene offizielle Live-Album „Livestock“ mit ausgewählten Konzertstücken der Tour enthielt dagegen noch drei Stücke mit Collins am Schlagzeug und nur zwei mit Dennard. Um so mehr ist „Theory Of Nothing – Recorded Live 1977“ eine spannende Entdeckung, die nunmehr auf zwei CD's ausschließlich das große Dennard-Live-Können widerspiegelt.
Bestes Beispiel hierfür ist das riesige, extrem abwechslungsreiche Schlagzeug-Solo auf „Nuclear Burn“.
Und egal, was für 'nichtssagende Theorien' BRAND X auch verfolgen mögen – was hier auf „Theory Of Nothing“ ausschließlich während der Nordamerika-Tournee (parallel ging es auch durch Europa) geschieht, ist nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch die ganz große Hochkultur von progressivem Jazz- und Fusion-Rock der Extraklasse.
Neben Stücken des aktuellen „Moroccan Roll“-Albums, für das die Band auf dieser Tournee warb, enthält „Theory Of Nothing – Recorded Live 1977“ drei weitere Titel aus dem Album „Masques“, das erst ein Jahr später erscheinen sollte und in den früheren Arrangements gespielt wird. Auch vom 1976er-BRAND X-Debüt „Unorthodox Behaviour“ gibt es den „Euthanasia Waltz“ zu hören.
Wie so oft betonen BRAND X bei diesen Aufnahmen viel deutlicher die progressiv rockendere Seite, die sie geschickt mit improvisatorischen Jazz-Ausflügen anreichern. Leider erhielten BRAND X mit ihrer starken Progrock-Affinität nie die große Aufmerksamkeit wie die jazzigeren WEATHER REPORT oder RETURN TO FOREVER, wohl weil besagte Bands um Chick Corea und Joe Zawinul zeitlich etwas eher die Musik-Szene bereicherten als BRAND X. Trotzdem stehen BRAND X mit besagten Bands offensichtlich auf einer Stufe, selbst wenn sie nur nachziehen konnten. Aber das eben im ganz großen Stil, wie man es endlich auf diesen großartigen Live-Aufnahmen fast anderthalb Stunde lang hören kann.
FAZIT: BRAND X „Theory Of Nothing – Recorded Live 1977“ ist eine ganz große Live-Entdeckung, die nach dem Tod von Keyboarder Robin Lumley auf dessen Dachboden gehoben und bestens unter Federführung des MoonJune Labels aufgearbeitet wurde, um nun endlich als fein gestaltete und mit dickem Booklet versehene Doppel-CD garantiert jeden progressiv ausgerichteten Jazz-Rock-Freund begeistern wird. Parallel zu diesen Live-Aufnahme erschien damals im gleichen Jahr das Live-Album „Livestock“, bei dem während mehrerer Stücke noch Phil Collins hinterm Schlagzeug saß. Bei diesen ausschließlich während der Nordamerika-Tour mitgeschnittenen Aufnahmen sitzt sein ehrwürdiger und gleichwertiger Ersatz Kenwood Dennard hinter den Fellen. Und wie das Album-Cover bereits offeriert, präsentierten BRAND X auf dieser anderthalbstündigen Doppel-CD größtenteils Stücke von ihrem „Moroccan Roll“-Album. Eine grandiose Entdeckung!
- 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
- 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
- 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
- 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
- 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
- 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
- CD 1 (36:53):
- Smacks of Euphoric Hysteria
- Disco Suicide
- Access to Data
- Why Should I Lend You Mine
- When You've Broken Yours Off Already?
- Euthanasia Waltz
- CD 2 (50:33):
- Malaga Virgen
- Earth Dance
- Deadly Nightshade
- Nuclear Burn
- Nightmare Patrol
- Bass - Percy Jones
- Gitarre - John Goodsall
- Keys - Robin Lumley
- Schlagzeug - Kenwood Dennard
- Sonstige - Morris Pert (Perkussion)
Interviews:
-
keine Interviews
Kontakt