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Playground Quartet: Pathways (Review)

Artist:

Playground Quartet

Playground Quartet: Pathways
Album:

Pathways

Medium: CD/Download
Stil:

Jazz, Electronica, Fusion

Label: Label 11
Spieldauer: 42:34
Erschienen: 24.10.2025
Website: [Link]

Wenn vier Musiker aus ganz unterschiedlichen Bereichen sich mit ihren Musik-Förmchen in den Sandkasten des Musik-Spielplatzes begeben und jeder für sich eine eigene Burg baut, um diese dann mit den jeweilig anderen Burgen zu vereinen, indem sie einen interessanten Burggraben darum ziehen, der alle einschließt, dann befinden wir uns genau auf den Spuren des PLAYGROUND QUARTETs.

Pathways“ ist natürlich nicht als Burg auf dem Spielplatz entstanden, sondern in einem Studio und statt der Sandschäufelchen sind es Bass, Gitarre, Schlagzeug und Saxophone, die sich vereinen, um etwas Großes aufzubauen und zu breit gelatschte Pfade zu verlassen. Da ist also schon klar: Jazz ist die Grundlage, auf der alles aufgebaut wird. Aber neben den benannten Instrumenten wird auch mit jeder Menge Effekte experimentiert, bis sich der Burggraben oder sie Studiotür endgültig schließt.


Dass man mit solcher Musik auch erfolgreich – zumindest in der entsprechenden Sparte – sein kann, beweist der bereits 2019 (Ja, das war noch vor/während Corona – vielleicht erinnert sich ja noch wer, so verzweifelt wir auch wortwörtlich die Maske des Schweigens darüber zu stülpen versuchen!) errungene Preis beim internationalen Jazzfestival in Braila (Rumänien).

Vielleicht trug dazu ja die recht spannende, auf „Pathways“ deutlich zu hörende Vereinigung von nostalgischen, an die 70er-Jahre angelehnten Sounds mit Progressive Rock und ein paar metallischen Ausbrüchen sowie swingenden Momenten bei. Getreu dem Motto 'Geht nicht gibt's nicht!' setzen sich die vier langjährigen Musikgefährten aus Deutschland keinerlei Grenzen und räumen ihren improvisatorischen Ideen so jede Menge Freiräume ein. Für Jazz-Freunde sicher ein gefundenes Fressen, genauso wie für diejenigen, die sich beispielsweise mit den jazzigen KING CRIMSON-Alben der Marke „Larks' Tongues In Aspic“ (1973) anfreunden konnten, weil da ein verrückter Jamie Muir an den Fellen saß.


Jonas Sorgenfrei jedenfalls hinterlässt mit seinem einfallsreichen bis verrückten Schlagzeugspiel, in Kombination mit elektronischen Sounds und Effekten, durchaus ähnlich Eindrücke. Vieles geht dann zugleich in die FRIPPschen Experimentierkeller. Was dabei herauskommt, ist spätestens seit seiner Kollaboration mit BRIAN ENO oder TREY GUNN hinlänglich bekannt.

Interessant ist auf „Pathways“ immer wieder die Verschmelzung von offensichtlichen freien Improvisationen und klar komponierten Harmonien, die sich mal vereinen, mal voneinander entfernen.


Dazu heißt es unter der Homepage des Schlagzeugers Sorgenfrei sehr bildlich dargestellt: „Eine Nostalgie für den Sound der 70er- und 80er-Jahre und diffuse Klangwolken, importiert aus dem Weltraum“.

So entwickelt das PLAYGROUND QUARTET seinen eigenen progressiven Jazz-Kosmos, der den kosmischen Pionieren progressiven Jazz-Rocks sicher eine Reise in die unendliche Welt des Kosmos wert sein wird. Also rein in den Raumfahreranzug, die Klangregler der Musikanlage hochgedreht und durchstarten: 9-8-7-6-5-4-3-2-1-0; Start the Mission!


FAZIT: Wenn Effektgeräte auf natürlichen Jazz treffen, dann geht der stellenweise bei dem deutschen PLAYGROUND QUARTET ab wie eine Rakete oder wandelt abseits aller „Pathways“ durch kosmisch anmutende Jazz-Rock-Welten voller freigeistiger Improvisation und klar angelegten kompositorischen Harmonien. Dazu höre man noch besonders auf die unglaublich komplexe Schlagzeugarbeit in Verbindung mit einer Vielzahl von Effekten, die einen mitunter in den von Fripp bereiteten Experimentierraum von crimsonesker Schönheit entführt, als besonders anfangs ein Jamie Muier und später ein Trey Gunn ein gehöriges Wörtchen mitzusprechen hatten. Auf „Pathways“ gibt es jedenfalls viel zu entdecken, wenn man bereit ist, von sicheren und breitgelatschten Pfaden abzuweichen.

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 98x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 11 von 15 Punkten [?]
11 Punkte
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Tracklist:
  • Farewell
  • Portal
  • Path Of Stages
  • Pavitra Parvat (Holy Mountain)
  • The Elder One
  • An Ominous Task
  • Foreign Lands
  • Ancestral Apparition
  • Hey Bro!
  • Fishing In The Sewers
  • The Summoning
  • Karoshi
  • Get Away
  • Spiraling

Besetzung:

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