Musikreviews.de bei Facebook Musikreviews.de bei Twitter

Partner

Statistiken

Marcus Deml: Pure (Review)

Artist:

Marcus Deml

Marcus Deml: Pure
Album:

Pure

Medium: CD
Stil:

Fusion, Jazz, Rock, Blues, Latin, Swing, Folk

Label: Triple Coil Music
Spieldauer: 40:54
Erschienen: 07.11.2025
Website: [Link]

„Ich habe mich immer in musikalischen Zwangsjacken gelangweilt.“ (Marcus Deml)

In den Zeiten, in denen man noch die ganz großen jazz-rock-orientierten Gitarristen liebte und ihnen jede Menge Aufmerksamkeit und Bewunderung schenkte – und beispielsweise bei einem Namen wie JOHN McLAUGHLIN oder PAT METHENY und natürlich JIMI HENDRIX – ehrfurchtsvoll seinen nicht vorhandenen Hut lüftete, um die Ohren für deren Großtaten freizubekommen, da wäre auch ein MARCUS DEML in einem Atemzug mit diesen genannt worden. Später waren es dann ein JOE SATRIANI oder STEVE VAI und JAY STAPLEY, die in diese Kerbe schlugen. Und auch hier gilt: MARCUS DEML klingt genau wie einer von ihnen!


Natürlich darf hierbei nicht vergessen werden, dass Deml einer der gefragtesten Session und Live-Musiker (mehr als 400 Produktionen, bei denen er mitwirkte) ist, beispielsweise mit solchen Größen wie dem verstorbenen KING CRIMSON-, UK- und ASIA-Sänger JOHN WETTON eng zusammenarbeitete oder selbst in eigenen Bands wie EARTH NATION (Ambient-Meets-Guitar-Projekt gemeinsam mit RALF HILDENBEUTEL) oder ERRORHEAD und THE BLUE POETS (wobei ihn deren Schlagzeuger auch auf „Pure“ begleitet) aktiv war.


Doch als MARCUS DEML dann der 'Guitar Hero Award' zuerkannt wurde, war seine Entscheidung klar (nachzulesen unter seiner Homepage): „Das hat mir viele internationale Türen geöffnet und mir ermöglicht, mich voll und ganz auf meine Leidenschaft als Komponist und Gitarrist zu konzentrieren. Ich habe mich entschieden, dem Session- und Sideman-Business den Rücken zu kehren und vollkommene künstlerische Freiheit auszuleben.“

So pur! So ungekünstelt! So laut und leise! So abwechslungs- und einfallsreich, akustisch und elektrifiziert!
Da ist der Albumtitel mit „Pure“ ideal gewählt.


Also auch: So pur!
Oder um es mit den Worten des Gitarristen auszudrücken: „'Pure' ist eine Lebensphilosophie. Es geht darum, sich von äußeren Einflüssen nicht ablenken zu lassen. Die Besinnung auf das Wesentliche. Melodie, Empathie und Komposition. Eine überraschend offene Reflexion über diese aufwühlende Zeit. Der Nachfolger von 'Healing Hands' besticht durch Charakter und Wiedererkennungswert.“

Der in Prag geborene MARCUS DEML ist ein in der Szene längst international gefeierter Ausnahmegitarrist, der hier mit seinem zweiten Solo-Album „Pure“ eine Wundertüte voller Gitarren-Faszinationen zwischen Jazz und Rock, Blues und Folk vorlegt, die es in sich haben. Gerade weil ihn ein Bassist, ein Schlagzeuger und ein Keyboarder, der liebend gerne immer wieder auf die feinsten Vintage-Keyboards zurückgreift und der Musik oft eine 70er-Jahre-Atmosphäre verleiht, wird die Wirkung seines Gitarrenspiels noch immens betont und in einen faszinierenden Bandkontext umgesetzt, der dann manchmal auch solche Namen wie HERBIE HANCOCK und CHICK COREA ins Spiel bringt.


Noch mehr Namen gefällig?
Aber klar doch!
Es gibt auch Momente, in denen Deml auf Flamenco, Latin, Folk, Blues („Csárdás Blues“) und Swing setzt und dabei in die Spuren von PACO DE LUCIA und AL DI MEOLA tritt, womit wir sogar das komplette „Friday Night In San Francisco“-Gespann komplett hätten.
„Pure“ begeistert mit einer stilistischen Fusion, bei der ständig die unterschiedlichsten Gitarren in den Mittelpunkt gerückt werden.
Hinzu kommt seine ganz besonders enge Verbindung mit den drei absolut professionell spielenden Begleitern und für ein paar besondere Momente mit der Sängerin Betty Balue („Just Roll With It“ und „Only Half A Step“).
Ansonsten gilt der Grundsatz: „The fingers are the singers!“
Die gelungene, herrlich transparent Produktion, bei der klare Höhen, warme Bässe und beeindruckende Stereo-Effekte eine absolute Selbstverständlichkeit sind, macht das Album endgültig (auch unter Kopfhörern) zu einem echten Hinhörer.


Auf „Pure“ stimmt eigentlich alles – ganz getreu dem puren Albumtitel.

Demls breit gefächerten, sich immer wieder fusionierenden wie bahnbrechenden Ideen haben zudem zur Folge, dass er diese auch seinen Hörern näherzubringen versucht, indem er die CD-Ausgabe liebevoll im Digipak gestaltet und diesem ein 24-seitiges Booklet (!!!) mit Fotos und einem Text für jedes Stück hinzufügt, in dem er die Absicht dahinter erklärt und alle darin gespielten Gitarren (und das sind jede Menge) auflistet.

Experten wie reine Genießer kommen mit „Pure“ so voll auf ihre Kosten!


FAZIT: Unter seiner Homepage stellt der heiß begehrte, in Prag geborene Session-Gitarrist MARCUS DEML fest, dass er nach der Verleihung des 'Guitar Hero Award' und seiner Aufnahme in die Clevelander 'Rock'n'Roll Hall Of Fame' sich endlich voll und ganz auf seine Leidenschaft als Komponist und Gitarrist konzentrieren konnte. Das Ergebnis ist stellenweise unglaublich und liegt in seiner ganzen Perfektion mit „Pure“, seinem zweiten Solo-Album (natürlich mit Bandbegleitung an Bass, Schlagzeug und Keyboards) vor. Deml fusioniert zwischen Jazz und Rock, Blues und Folk alles, was ihm unter die Saiten-Finger und die Unmenge der durch ihn gespielten (Vintage-)Gitarren kommt, um ganz unterschiedliche, sehr virtuose sowie spannende Klangwelten zu entfalten, in denen die Gitarre nicht nur Saiten-Töne erzeugt, sondern durch Demls Finger regelrecht zu singen scheint. Dazu begleitet ihn eine Band, die „Pure“ wortwörtlich die pure Jazz-Rock-Atmosphäre verleiht. Ein fantastisches, für alle Gitarren- und Jazz-Rock-Freunde unverzichtbares Album, auch weil im 24 Seiten starken Booklet die Geschichte zu jedem Stück erzählt wird und alle gespielten Gitarren explizit aufgelistet sind!

Thoralf Koß - Chefredakteur (Info) (Review 42x gelesen, veröffentlicht am )

Unser Wertungssystem:
  • 1-3 Punkte: Grottenschlecht - Finger weg
  • 4-6 Punkte: Streckenweise anhörbar, Kaufempfehlung nur für eingefleischte Fans
  • 7-9 Punkte: Einige Lichtblicke, eher überdurchschnittlich, das gewisse Etwas fehlt
  • 10-12 Punkte: Wirklich gutes Album, es gibt keine großen Kritikpunkte
  • 13-14 Punkte: Einmalig gutes Album mit Zeug zum Klassiker, ragt deutlich aus der Masse
  • 15 Punkte: Absolutes Meisterwerk - so was gibt´s höchstens einmal im Jahr
[Schliessen]
Wertung: 14 von 15 Punkten [?]
14 Punkte
Kommentar schreiben
Tracklist:
  • Budapest
  • Persecución
  • Csárdás Blues
  • Rusty Leaves
  • Only Half A Step
  • Just Roll With It
  • Rise Of The King
  • Pure
  • Yorkshire Man

Besetzung:

Alle Reviews dieser Band:

  • Pure (2025) - 14/15 Punkten
Interviews:
  • keine Interviews
(-1 bedeutet, ich gebe keine Wertung ab)
Benachrichtige mich per Mail bei weiteren Kommentaren zu diesem Album.
Deine Mailadresse
(optional)

Hinweis: Diese Adresse wird nur für Benachrichtigungen bei neuen Kommentaren zu diesem Album benutzt. Sie wird nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht. Dieser Service ist jederzeit abbestellbar.

Captcha-Frage Was legt ein Huhn?

Grob persönlich beleidigende Kommentare werden gelöscht!